Prinzip der rechten Ordnung der Dinge
Inhalt eines Führungskonzeptes und dessen Formulierung umfasst Grundwerte u.a. nach dem Grundsatz:...." wonach der Mensch ein auf Gemeinschaft angelegtes Wesen ist, und daran gemessen der Dinge wird, was er in und für die Gemeinschaft tut" und ferner das Prinzip der rechten Ordnung.
(Die Welt des Menschen, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1940 Johannes Lotz S.J. / Josef de Vries S.J)
1. Analoge Interpretation des Prinzips der rechten Ordnung der Dinge:
"Es gibt in jeder Gemeinschaft ein doppeltes Gemeinschaftsgut“:
A) "Die gemeinnützigen Einrichtungen, die von der Gemeinschaft geschaffen werden"
( z.B. im Staat: Post, Bahn, Krankenhäuser, sowie Produktionsbetriebe und Dienstleister, die Gemeinschaftseinrichtungen der Kirchen und Wohlfahrtsverbände pp)
"und ihren Gliedern zu Diensten stehen und...
( z.B. im Staat: Post, Bahn, Krankenhäuser, sowie Produktionsbetriebe und Dienstleister, die Gemeinschaftseinrichtungen der Kirchen und Wohlfahrtsverbände pp)
"und ihren Gliedern zu Diensten stehen und...
B) das Wohl aller Gemeinschaftsmitglieder, das durch diese Einrichtungen gefördert wird."
Von diesen beiden Gemeinschaftswerten muss der erste ( A ) – nämlich die Einrichtungen, dem zweiten, nämlich (B) - dem Wohl aller, dienen.
2. "Die Aufrechterhaltung, Erweiterung und Vervollkommnung des Betriebes der verschiedenen Einrichtungen, werden für die, denen die Sorge für diese Betriebe obliegt, nur zu leicht zum Selbstzweck, dem alles andere dienen muss: Das aber ist eine Verkehrung der rechten Ordnung der Dinge, denn so dienen nicht mehr die Dinge dem Menschen, sondern der Mensch kommt in Gefahr, zum Sklaven der Dinge zu werden, die er sich zu seinem Dienst geschaffen hat "
( Die Welt des Menschen, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1940 Johannes Lotz S.J. / Josef de Vries S.J ,)
3. Wissen wird durch Information und Kommunikation transferiert; technische Systeme können den Transfer intelligenzverstärkend unterstützen
· „Die Lebensdauer eines Menschen reicht einfach nicht aus, notwendige Tugenden pp selbst zu erfinden“[1]. Der Mensch befindet sich daher in einer informationellen Unzulänglichkeit. Diese kann er als reflexiv denkendes Wesen daher nur durch frühere Erfahrungen Fremder überwinden und mildern. Informations- und Kommunikationstechnik kann dabei, richtig eingesetzt, als Intelligenzverstärker unterstützend wirken.
· „Das Wissen unserer Epoche entspricht einem ungeheuer großen und rasch wachsenden Gitter aus Begriffen, zwischen denen Beziehungen bestehen. Unser Bewusstsein gleicht dagegen einem Käferchen, das in diesem Wissensgitter herumkrabbelt. Es kann günstigstenfalls zwei, drei oder vier Begriffe und ihre Beziehungen gleichzeitig erfassen, es gelingt ihm aber nicht, das Gitter, ...von der Größe eines Fußballfeldes... , in Gänze zu überblicken, seine Ordnung zu begreifen und hierüber eine verbindliche Aussage zu machen“.[2]
„Die gegenwärtig wichtigste Erkenntnis unserer Epoche ist daher, dass viele solcher Erfahrungen ohne theoretische Begründung aus Zeitmangel hingenommen werden müssen“. Daraus ergibt sich, dass der Mensch auf die Weitergabe kultureller Informationen von einer zur anderen Generationen angewiesen ist. Unser Zusammenleben ist also auf Verantwortung und Vertrauen und Ordnung der Werte angewiesen“.[3]
Konrad Lorenz sieht die „drohende Auflösung unserer Sozietät durch Störungen in der Überlieferung unentbehrlicher Sozialverhaltensnormen und darin, dass ein Abreißen in der Tradition alle kulturellen Normen und sozialen Verhaltens wie eine Kerzenflamme auslöschen kann“.[4]
Die Verantwortlichen der großen Volkskirchen müssen sich dies vergegenwärtigen und ihre Aufgabe klar erkennen, dass hier von Ihnen zur Wahrung kultureller Normen Verantwortung und mutiges Engagement erwartet wird. Das ist aber auch gleichzeitig ihre große Chance. Zugleich zeigen sich hier aber auch insoweit die kulturell bedingten Grenzen fortschreitender Globalisierung auf.
Notwendig ist daher ein neues /altes Führungskonzept
- Es muss einmal die obigen Grundsätze beinhalten und darf sich aber andererseits den modernen Führungsformen und –techniken nicht entgegenstellen. Ein brachialer Führungsstil hingegen ist kontraproduktiv und verwerflich. Führungsgrundsätze müssen sich folglich an einer Ordnung der Werte, gemeint sind bleibende, immerwährende Werte, und nicht an flachen Phrasen, orientieren.
- Mit jeder Stufe auf der Treppe der Erkenntnis, ändert sich der Betrachtungswinkel, die Dinge an sich bleiben die gleichen.
(Die Welt des Menschen, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1940 Johannes Lotz S.J. / Josef de Vries S.J)
Es muss daher heißen:
Erst der Sinn und
dann der Gewinn
und nicht umgekehrt!
Denn es würde sonst bedeuten, dass vordergründig kurzfristige Gewinnmaximierung oberstes Ziel einer Unternehmung wäre und nicht mehr dauerhafte wirtschaftliche Konsolidierung sowie langfristiges Hervorbringen guter Erzeugnisse und Dienstleistungen, die notwendig eine stabile Akzeptanz von Kunden und Arbeitnehmer zur Folge hätten.
Das Prinzip der rechten Ordnung der Dinge kann für die Zielfindung sehr hilfreich sein.
[1] Siehe teils wörtlich und sinngemäß: Karl Steinbuch u.a. in „Technik und Gesellschaft: „ Innovation durch Information“ 1982, IBM Deutschland GmbH, Stuttgart
[2] ebenda
[3] ebenda
[4] ebenda