Umfassende Kommunikation
Der Hausnot-Ruf will,
auch über größere Distanzen,
umfassende Kommunikation, die für den Menschen
lebensnotwendig ist, wieder ermöglichen
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Der Wandel in der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, einmal bedingt durch Spezialisierung in der Fertigung, durch neue Produkte und ferner durch Verlagerung von Produktionsstätten, verlangt von dem arbeitenden Menschen einen hohen Grad an Mobilität. Das bedeutet für den Einzelnen einen häufigeren Standortwechsel. Diesen können aber immer nur Teile eines größeren Familienverbundes vollziehen.
Das ist einer der Gründe für den Strukturwandel in der Familie, von der Gross- zur Kleinfamilie. Dadurch unterbleiben aber auch die täglich notwendigen interfamiliären Interaktionen und Kommunikationen. Es finden also keine Interaktionen in der Familie mehr statt, bei denen viele Fragen und Probleme beantwortet und gelöst werden konnten. In der Grossfamilie ist aber das, für den Menschen sozialpsychologisch so wichtige Urvertrauen beheimatet, das dem Einzelnen Sicherheit und Selbstvertrauen gibt.
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So liegt es doch nahe, dass u.a. mit Hilfe des Know-hows und der Technologie, welche die moderne Industriegesellschaft hervorbringen kann, die für den Einzelnen so wichtige umfassende Kommunikation und Interaktion zu erleichtern oder gar erst wieder zu ermöglichen. Einmal durch Herstellen entsprechender Technologie und ferner durch Schaffung entsprechender personeller Organisationsformen (Transfer von Wissen über Management- und Führungsverhalten pp.) und dieses unter der Beachtung des "Prinzips der rechten Ordnung der Dinge".
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| Die obige Grafik zeigt, wie komplex der Hausnot-Ruf aus- und angelegt ist. Er ist in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern, zu sehr in grossen überregionalen Call-Centern-Organisationen ohne direkte personale Bezugsmöglichkeiten organisiert. Das ist hinderlich und entspricht nicht seiner eigentlichen Zielsetzung und nutzt bei weitem nicht die sich bietenden sozialen, personellen, qualitativen und ökonomischen Ressourcen. |
Da diese Forderung komplex ist, muss auch dieses Thema komplex angegangen werden. Notwendig ist deshalb, dass Krankenhäuser und die Alten- und Seniorenheime stärker, als bisher, einzubeziehen sind.
- Für den Krankenhausbereich wurden daher an einem Wilhelmshavener Krankenhaus von Hormann, parallel zu der Konzipierung des Hausnot-Ruf, die entsprechenden Führungskonzepte und ein elektronisch unterstütztes Computer-Managementsystem, mit dem amerikanischen Hersteller IBM, auf relationaler Datenbankebene zur Steuerung der Krankenhausabläufe entwickelt. Dies wird inzwischen erfolgreich von 400 Krankenhäusern genutzt.
Daher wird auf die Führungsgrundsätze an anderer Stelle dieser WEB-Site eingegangen, und zwar einmal im Forschungsbericht Hausnot-Ruf und ferner unter der Rubrik „Prinzip der rechten Ordnung“. Siehe auch Literaturverzeichnis.
(Auf Wunsch kann ein solches Konzept, dass auch Personalbeurteilungssysteme beinhaltet, interessierten Lesern gesondert per Mail zur Verfügung gestellt werden.)
- Aus diesen o.a. Betrachtungen ergibt sich die zentrale Forderung des Hausnot-Ruf nach umfassender Kommunikation. Leider haben Teile der beiden grossen Kirchen diese Chance noch nicht klar genug erkannt, dass ihnen der Hausnot-Ruf die Möglichkeit zu neuen Betreuungsformen eröffnet, um den Mitgliederschwund einzudämmen und einen Teil des verlorengegangen Urvertrauens ihren Mitgliedern zurückzugeben. Für viele Seelsorger ist es nur ein Alarmsystem für Behinderte und Gebrechliche. Das sich daraus eine neue interaktive Form des Zusammen- und Gemeindelebens ergeben könnte, haben sie noch nicht erkannt.
Dieses Thema wurde aber bereits im Jahre 1980 in Wilhelmshaven auf dem Internationalen Symposium Hausnot-Ruf erörtert. (Siehe Literatur-Liste: Symposiumsbericht von 1980).
So soll mit Hilfe unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, dass für den Einzelnen so wichtige Subsidiaritätsprinzip, eines der zentralen Prinzipien der christlichen Soziallehre, wieder möglich werden:
- Durch Kommunikation über größere Distanzen
- Durch Aktivieren der Nachbarschaftshilfe
- Durch neue Dienstleistungsformen - Substitution des Funktionsschwunde der Großfamilie – wie:
- Sozialstationen
- Angehörigenhilfe
- Ambulante Pflegedienste
- Soziale Katalysatorenfunktionen - Dezentrale Koordination durch den Hausnot-Ruf pp.
- Schaffen wohnortnaher Betreuungsformen, aus medizinischer, gerontologischer und krankenpflegerischer Sicht
Auch die Seelsorge mit den ihr nachgegliederten Wohlfahrtseinrichtungen und – verbänden erhält eine neue Dimension ihrer Tuns. (Hier ist insbesondere Südamerika zu erwähnen).
Das Kommunikationsbedürfnis eines Menschen erstreckt sich auch auf viele Fragen, die zur Bewältigung des alltäglichen Lebens beantwortet sein wollen. Hierbei übernimmt der Hausnot-Ruf eine wichtige Aufgabe:
- Er will eine interaktive umfassende Kommunikation bewirken, u.a. nach dem Prinzip der dezentralen Koordination. Er will und soll Probleme und Fragen interaktiv und kooperativ lösen und koordinieren. Kooperatives Verhalten nimmt mit zunehmender Gruppengöße ab. Es kommt zu weniger Interaktionen und weniger kooperativen Situationsbewältigungen, als eigentlich der Situation angemessen wäre. Das kann dann der Fall sein, wenn die Problemlösungsgruppen ( Betriebs- und Call-Center) zu groß dimensioniert sind, und das Schaffen von Beziehungs- und Vertrauensebenen nicht mehr möglich ist. Es müssen insofern organisatorisch und personell klare Strukturen vorhanden sein. Das ist einer der Gründe, weshalb an anderer Stelle dieser WEB-Seite das Regionalitäsprinzip und die Überschaubakeit des Hausnot-Ruf gefordert wurde.
( Siehe sinngemäß : Strobe, Jonas, Hewstone, Sozialpsychologie pp, Springer , Heidelberg )
- Koordinieren kann ich aber nur, was ich übersehen kann. Aus diesem Grunde zwingt sich für die Zentralen der Hausnot-Ruf Dienste das Regionalitätsprinzip auf (“Aldi- statt Karstadtsystem” oder aber wohnort- oder gemeindenahe Betreuung). Nur in wenigen begründeten Fällen erscheinen übergrosse Zentralen schlüssig und begründbar zu sein.
Die nachstehende Abbildung soll optisch diesen Anspruch nach umfassender Kommunikation und die dimensionalen Möglichkeiten sichtbar machen.
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| W. Hormann: Die Möglickeiten eröffnen sich, interaktiv und über große Distanzen Kommunikation zu betreiben, und nach dem Prinzip der dezentralisierten Koordination, dann Hilfe sogar selbst zu organisieren mit einem abschließenden Feedback an die Koordinationszentrale. |

